Eine KinderUni in Puerto Rico - Licht ist in der Luft

Stephan Borrmann während seines Vortrags in Puerto RicoAlle Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher, die regelmäßig die KinderUni in Mainz besuchen, kennen den Physikprofessor Dr. Stephan Borrmann. Bereits mehrere Male hat er in spannenden Vorlesungen die Phänomene von Wetter und Atmosphäre erklärt. Professor Borrmann arbeitet aber nicht nur in Mainz am Institut für Physik der Atmosphäre, oft ist er auch auf Puerto Rico, einer südamerikanischen Insel, und forscht dort über Wolken. Da er die KinderUni für eine tolle Sache hält und Spaß daran hat gemeinsam mit Schülern die Geheimnisse der Physik und der Natur zu entdecken, veranstaltet er nun auch KinderUni-Vorlesungen an der Universität von Puerto Rico. So wurde aus der Theaterbühne der Universität kurzerhand ein provisorisches Labor, in dem puerto-ricanische Schülerinnen und Schüler eine bunte KinderUni erlebten. In seinem Vortrag erklärte er die physikalischen und chemischen Voraussetzungen für das Entstehen von Polarlichtern, roten Sonnenuntergängen, Regenbogen und vielem mehr.

 

Professor Borrmann erzeugt einen RegenbogenProfessor Borrmann verriet seinem Publikum unter anderem wie man einen Regenbogen selbst erzeugen kann: Wenn wir unsere Pflanzen im Garten gießen und sich die Sonne hinter uns befindet, während wir mit dem Schlauch über die Blumen gehen, kann sich ein Regenbogen bilden. Der Regenbogen entsteht wenn Sonnenlicht und Regentropfen in einem bestimmten Winkel zueinander stehen. Kurz gesagt: Ein Regenbogen wird durch einen Sonnenstrahl erzeugt, der durch einen Regentropfen fällt. Während das Licht durch den Regentropfen reist, löst es sich in seine Einzelfarben auf. Der Effekt ist ein Mosaik von kleinen Lichtfunken, die sich verstreut in viele Wassertröpfchen wie ein Bogen im Himmel verteilen. Verschiedene Formen und Größen der Wassertropfen beeinflussen dabei die Intensität der Farben des Regenbogens. Kleine Tröpfchen ergeben einen blassen Regenbogen mit Pastellfarben, große Tropfen erzeugen einen Regenbogen mit kräftigen Farben.

 

Die Kinder in Puerto Rico waren begeistert von der KinderUni und warten schon gespannt auf die nächste Vorlesung des deutschen Professors.

 

Interview mit Professor Borrmann

 

Stephan Borrmann während des VortragsProfessor Borrmann, wann haben Sie das letzte Mal Ihren eigenen Regenbogen erzeugt?
Ich habe zu Hause ein Glas-Prisma am Fenster hängen und sehe dort fast jeden Tag einen "Regenbogen". Die Sonnenstrahlen treffen auf das Prima, das Licht wird gebrochen und die einzelnen Spektralfarben werden wie ein Regenbogen an die Wand geworfen.
Sonst erzeuge ich gelegentlich im Labor Regenbögen mit richtigen Tropfen, wenn uns zum Beispiel im Rahmen unseres Schülerprogramms Kinder besuchen.

 

Puerto Rico ist eine Insel in der Karibik im nordatlantischen Ozean. Warum müssen Sie so weit reisen um Wolken zu erforschen? Sind die Wolken dort anders als die in Deutschland?
Es handelt sich dort um Wolken, die in der sogenannten Passatwindzone über dem Meer entstehen und von Passatwinden auf die Insel getrieben werden. Weil aber oft auch Wüstenstaub aus Afrika von den Winden über den Atlantik bis in die Karibik nach Puerto Rico transportiert wird, ist die Forschung dort interessant. Ich kann dann in Puerto-Rico studieren, wie sich der Staub aus Afrika auf die Wolken und die Atmosphäre auswirkt. Auch ist die Luft in Puerto Rico noch sehr sauber und von menschlichen Einflüssen (noch) wenig gestört. Deswegen arbeiten meine Kollegen und ich gerne in einem solchen natürlichen "Labor".

 

Welche Sprache spricht man in Puerto Rico? Wie konnten die Kinder, die die Vorlesung besuchten, Sie verstehen?
Die Kinder sprechen Spanisch als Muttersprache, lernen in der Schule aber Englisch und müssen im täglichen Leben auch oft Englisch sprechen. Deswegen konnten die Kinder in der Vorlesung ihre Fragen - fast eine halbe Stunde lang - in ausgezeichnetem Englisch stellen. An den Rückfragen konnte ich dann erkennen, dass sie meine Antworten auch verstanden haben. Leider spreche ich selbst kein Spanisch.

 

Was muss man unbedingt über Puerto Rico wissen?Karte von Puerto Rico
Puerto ist eine wunderschöne Insel, die mit ihrer Nordseite am Atlantik liegt und mit der Südseite an der Karibik. Es gibt dort auf recht engem Raum mehrere Klimazonen, die von trockenem Klima bis hin zu tropischem Regenwald reichen. Zudem gibt es sehr schöne Korallenriffe zum Schnorcheln und Tauchen. San Juan ist die Hauptstadt der Insel. Ihre Altstadt hat viele gut erhaltene Gebäude aus der Kolonialzeit und zwei große Festungen, die man besuchen kann. Die Menschen sind sehr freundlich, warmherzig, fröhlich und hilfsbereit.

 

Zum Schluss noch eine ganz wichtige Frage: Welche Süßigkeiten gibt es in Puerto Rico?
Dort isst man zum Beispiel sehr gerne Arroz con Dulce, das ist unserem Milchreis sehr ähnlich. Die Kinder essen aber genauso wie hier in Deutschland Bonbons, eine Art von Gummibärchen, Kuchen und vieles mehr. Ich selbst esse aber gar nicht so viel Süßes. In der puerto-ricanischen Küche gibt es vor allem tolle Fisch-Gerichte, die ich sehr gerne mag.

 

Fotos/©: J. Perez-Mesa/Notic@ampus

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